Alles zu viel

Es geht nicht mehr. In meinem Kopf ist einfach kein Platz mehr. Wie kann man ständig das Gefühl haben total aufgewühlt zu sein, unter Strom zu stehen und den Kopf nicht ausgeschaltet zu bekommen und gleichzeitig so antriebslos und ausgelaugt zu sein? Sogar nach 2 Wochen Urlaub, fernab von Freunden und Familie, abgelegen in einem kleinen Dorf konnte ich nicht abschalten. Es wurde sogar noch schlimmer so dass ich ernsthaft überlege mir einen Arzt zu suchen. Normalerweise war diese "Tief"- Phase immer einige Tage, bis sie vorbei war. Mittlerweile zieht sie sich über Wochen und ich komm nicht bei. Ich bin unzufrieden, unglücklich, verschlossen, ruhiger als sonst und einfach nicht mehr Ichselbst... Nur kenne ich den Grund nicht. Wie finde ich heraus was schief läuft? Was mit mir nicht in Ordnung ist?Ich weiß dass ich Angst habe. Angst vor der Zukunft: vor der Arbeitslosigkeit, vor einer Schuldenfalle. Davor eine Familie zu gründen und vor dem Schicksal meiner Eltern die beide krank sind. Ich will mein Leben jetzt leben- so wie ich gerade Lust habe und nicht verzichten. Mein Mann will monatlich viel Geld beiseite legen um bald ein Haus zu kaufen. Ich will nicht wieder Monatelang am Minimum leben und mir nichts leisten können; auch wenn es klug ist zu sparen. Aber dafür nicht leben? Wir haben nie viel gehabt - im Grunde kenne ich es gar nicht. Auch als ich ausgezogen bin von zu Hause haben wir 4 Jahre gebraucht um klar zu kommen. Und jetzt? Jetzt sparen wir 2 Jahre um dann evtl. durch einen Schicksalsschlag (Gott bewahre) alles über Bord zu werfen? Es ist so kompliziert wenn man jung ist und keinerlei Ahnung vom Leben hat. Wie lebt man? Wie bringt man Ruhe in sein Inneres?. Wie lernt man sich selbst zu liebe und glücklich zu sein?

1 Kommentar 31.8.16 20:39, kommentieren

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Zuhören

Eigentlich nicht so schwer. Man bekommt es sogar schon früh beigebracht- das zuhören. Während meiner Schulzeit war ich imme diejenige die zugehört hat. Ich war für alle immer die gute Freundin, mit der man gut reden konnte und die immer für alle da war. Mit der Zeit, habe ich die Schnauze voll davon gehabt. Ich wollte nicht mehr ständig Ansprechpartnerin sein; sich von allen die Probleme anhören und nach Lösungen suchen. Ich habe es gern gemacht - weil ich gebraucht wurde! Es hat sich gut angefühlt wenn man die Person war, an die sich viele wenden. Es hat mich selbstbewusster gemacht.Aber wer hört mir zu? wem kann ich mein Herz ausschütten? Es klingt albern, aber es ist eine berechtigte Frage. Klar, meine Hauptcharaktereigenschaft ist meine ruhige Art. Ich bin der Ruhepol in meiner Ehe; ich bin die ruhige, die bei Familienfesten eher zuhört und beobachtet- aber auch wir ruhigen Menschen brauchen jemanden zum reden. Sogar mein Mann ertappt sich häufiger dabei, wie er spät abends wenn wir im Bett liegen, mich fragt wie denn eigentlich mein Tag war. Auch wenn ich ihm die Frage bereits 5 Stunden vorher gestellt habe und er nur ein simples "und wie war dein Tag?" an seinen Vortrag hängen muss.. Gerade fiel ihm auf, dass er mich gar nicht nach meinem Arztbesuch gefragt hat - mehr wie Magenschleimhautentzündung hat er wohl auch nicht mehr gehört, denn jetzt schnarcht er auch schon. Und wenn er mal fragt und ich erzählen kann, dann werde ich durch irgendetwas unterbrochen - ob er sich mit seinen whatsapp Nachrichten beschäftigt oder er was in den Raum wirft - danach habe ich meist keine Lust weiter zu reden weil ich genau weiß dass er nicht richtig zuhört. Und ob ich rede oder ihm auf japanisch ein Gedicht vortrage.. Den Unterschied würde er manchmal gar nicht bemerken.

21.7.16 22:29, kommentieren